Die Sozialdemokraten stoßen eine Reform der Erbschaftssteuer an und wollen Freibeträge für große Unternehmensvermögen kürzen. Der Rat der Wirtschaftsweisen kritisiert in seinem jüngsten Jahresgutachten die hohe Vermögensungleichheit in Deutschland und empfiehlt Reformen – darunter eine Überarbeitung der Erbschaftssteuer und gezielte Vermögensförderung für ärmere Bevölkerungsschichten.
Die Zahlen der Deutschen Bundesbank zeigen das Ausmaß: Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen 54 Prozent des gesamten Vermögens. Die ärmere Hälfte kommt zusammen auf gerade einmal drei Prozent. Die mittleren 40 Prozent der Bevölkerung vereinen 44 Prozent des Gesamtvermögens auf sich.
Starker Anstieg in den 1990ern
In den 1990er und frühen 2000er Jahren verschärfte sich die Ungleichheit massiv. Der Anteil der ärmeren Hälfte am Gesamtvermögen schrumpfte laut dem World Inequality Report – veröffentlicht von mehreren französischen Universitäten – in dieser Phase um rund zwei Drittel. Seitdem stieg er nur leicht wieder an. Die Wirtschaftsweisen bewerten die Vermögensungleichheit in Deutschland seit 2010 als «stabil».
Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2020 ermittelte ein durchschnittliches Vermögen von knapp 140.000 Euro pro erwachsener Person. Der Median liegt jedoch bei nur 22.800 Euro – was bedeutet, dass die Hälfte der Bevölkerung weniger besitzt. Die ärmere Hälfte verfügt nach Abzug der Schulden über durchschnittlich 3.700 Euro Nettovermögen pro Person. Die Bevölkerungsgruppe zwischen dem 50. und 75. Perzentil besitzt knapp 73.000 Euro pro Person, die zwischen dem 76. und 98,5. Perzentil knapp 300.000 Euro. Die reichsten 1,5 Prozent – die Millionäre – kommen im Schnitt auf rund 2,95 Millionen Euro.
Methodische Herausforderungen
Im Gegensatz zu Einkommen werden Vermögen in Deutschland nicht offiziell erfasst. Studien stützen sich auf Umfragen, was direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Institutionen erschwert. Ein bekanntes Problem: Die milliardenschweren Vermögen der Superreichen werden oft nicht vollständig erfasst, wodurch die Ungleichheit unterschätzt wird. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bezog deshalb in seiner Studie die Liste der reichsten Deutschen des Manager Magazins ein – und kam so zu dem Ergebnis, dass das reichste Prozent mehr als 35 Prozent des Vermögens besitzt, nicht nur gut 21 Prozent.
Werden Rentenansprüche als Teil des Vermögens berücksichtigt, steigt der Anteil der unteren 50 Prozent am Gesamtvermögen von zwei auf neun Prozent.
Politische Reaktionen
Unionsfraktionschef Jens Spahn äußerte sich bereits im vergangenen Herbst in einer Talkshow des ZDF besorgt über die Entwicklung. Die aktuelle Vermögensverteilung sei «so nicht in Ordnung», sagte er. «Wer schon hatte, hat immer mehr.»
Die meisten Studien kommen zum gleichen Ergebnis: Die Vermögensungleichheit in Deutschland ist im internationalen Vergleich hoch, blieb in den vergangenen 15 Jahren aber weitgehend stabil.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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